Kompostierbare Müllbeutel

Auch bekannt als: Biomüllbeutel, Bioabfallbeutel, Kompostierbare Tüten

Kompostierbare Müllbeutel sind für die Sammlung von Bioabfall bestimmt und zersetzen sich unter definierten Bedingungen vollständig zu Kompost. Zertifiziert wird die Kompostierbarkeit nach DIN EN 13432. Die meisten Produkte sind für die industrielle Kompostierung ausgelegt, nicht für den heimischen Kompost.

Kompostierbare Beutel sollen die Sammlung von Bioabfall sauberer und hygienischer machen. Ob sie das tatsächlich leisten, hängt stark davon ab, wo der Bioabfall am Ende landet.

Die Norm DIN EN 13432

Diese europäische Norm legt fest, unter welchen Bedingungen ein Material als kompostierbar gelten darf. Verlangt wird unter anderem, dass sich das Material innerhalb von zwölf Wochen zu mindestens 90 Prozent in Partikel unter zwei Millimetern zersetzt, dass innerhalb von sechs Monaten mindestens 90 Prozent biologisch abgebaut sind und dass keine schädlichen Rückstände im entstehenden Kompost verbleiben. Produkte, die diese Anforderungen erfüllen, dürfen das Keimling-Logo tragen.

Industrielle versus heimische Kompostierung

Die Prüfbedingungen der DIN EN 13432 orientieren sich an industriellen Kompostierungsanlagen mit konstant hohen Temperaturen um 58 Grad. Auf dem heimischen Gartenkompost werden diese Temperaturen selten erreicht, weshalb sich viele zertifizierte Beutel dort deutlich langsamer oder unvollständig zersetzen. Wer sicher gehen will, dass ein Produkt auch im eigenen Garten funktioniert, sollte auf eine zusätzliche Kennzeichnung für Heimkompostierung achten, etwa nach der Spezifikation der Vinçotte- oder DIN CERTCO-Prüfstellen.

Materialien

Verbreitet sind Beutel aus Maisstärke, PLA und Mischungen mit Cellulose. Sie fühlen sich ähnlich an wie herkömmliche Kunststofftüten, sind aber weniger reißfest und feuchtigkeitsempfindlicher.

Akzeptanz in der kommunalen Sammlung

Nicht jede Kommune akzeptiert kompostierbare Beutel in der Biotonne. Einige Vergärungsanlagen arbeiten mit kurzen Verweilzeiten, in denen sich auch normgerechte Beutel nicht vollständig zersetzen, und sortieren sie deshalb als Störstoff aus. Vor dem großflächigen Einsatz lohnt sich eine Rückfrage beim örtlichen Entsorger.

Für Gewerbebetriebe

In der Gastronomie und in Großküchen werden kompostierbare Beutel häufig zur hygienischen Sammlung von Küchenabfällen eingesetzt, bevor diese in größere Sammelbehälter überführt werden. Hier zählt vor allem die Reißfestigkeit im praktischen Einsatz, weniger die Kompostierbarkeit selbst, da der Inhalt meist ohnehin in industriellen Anlagen verwertet wird.

Normen und Prüfverfahren

DIN EN 13432 DIN EN 14995 Keimling-Logo

Häufige Fragen zu Kompostierbare Müllbeutel

Was garantiert die DIN EN 13432?

Die Norm legt fest, dass sich ein Material innerhalb festgelegter Fristen unter industriellen Kompostierungsbedingungen vollständig zersetzt und keine schädlichen Rückstände hinterlässt. Zertifizierte Produkte dürfen das Keimling-Logo tragen.

Zersetzen sich kompostierbare Beutel auch auf dem heimischen Kompost?

Nicht zuverlässig. Die Norm ist auf industrielle Anlagen mit konstant hohen Temperaturen ausgelegt. Für den Gartenkompost sollte auf eine zusätzliche Kennzeichnung für Heimkompostierung geachtet werden.

Nimmt jede Biotonne kompostierbare Beutel an?

Nein. Manche Vergärungsanlagen arbeiten mit kurzen Verweilzeiten und sortieren auch normgerechte Beutel als Störstoff aus. Vor dem Einsatz sollte beim örtlichen Entsorger nachgefragt werden.

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