Biofilm

Auch bekannt als: Biofouling, Schleimschicht, Mikrobieller Belag

Ein Biofilm ist eine dünne, schleimige Schicht aus Mikroorganismen, die sich in einer selbst produzierten Schutzmatrix auf feuchten Oberflächen ansiedeln. Er bildet sich in Wasserleitungen, Spendersystemen, Ausgüssen und auf feuchten Flächen und ist der häufigste Grund, warum sich Keime trotz regelmäßiger Reinigung hartnäckig halten.

Biofilme sind der unsichtbare Gegner vieler Hygienekonzepte. Sie erklären, warum eine augenscheinlich saubere Fläche oder Leitung dennoch immer wieder mikrobiologische Probleme verursacht.

Wie ein Biofilm entsteht

Bakterien, die sich auf einer feuchten Oberfläche niederlassen, produzieren eine klebrige Matrix aus Zuckermolekülen, in die sie sich einbetten. Diese Matrix schützt die Mikroorganismen vor Austrocknung, vor mechanischer Entfernung und vor der Wirkung vieler Desinfektionsmittel. Innerhalb weniger Tage kann sich aus wenigen Einzelzellen ein stabiler, mehrschichtiger Belag entwickeln.

Wo Biofilme typischerweise entstehen

  • Innenwände von Wasserleitungen, besonders in selten durchflossenen Abschnitten
  • Duschköpfe und Perlatoren
  • Ausgüsse, Siphons und Bodenabläufe
  • Innenflächen von Seifen- und Desinfektionsmittelspendern
  • Schläuche von Reinigungsmaschinen und Dosiersystemen
  • Klimaanlagen und Luftbefeuchter

Warum er so schwer zu entfernen ist

Die schützende Matrix macht Biofilme deutlich widerstandsfähiger gegen Desinfektionsmittel als frei schwebende Einzelzellen – teils um ein Vielfaches. Ein Wischen der Oberfläche allein reicht meist nicht aus, da der Biofilm in Fugen, Rillen und Leitungswandungen sitzt, die mechanisch kaum erreichbar sind.

Wirksame Gegenmaßnahmen

  • Mechanische Entfernung wo möglich – Bürsten, Spülen mit hohem Durchfluss
  • Produkte mit nachgewiesener Biofilm-Wirksamkeit – nicht jedes gelistete Desinfektionsmittel wirkt gegen etablierte Biofilme gleich gut
  • Regelmäßigkeit statt Einmalaktion – ein einmal etablierter Biofilm baut sich innerhalb von Tagen wieder auf, wenn die Ursache nicht behoben wird
  • Vermeidung von Stagnation – fließendes statt stehendes Wasser erschwert die Ansiedlung erheblich
  • Regelmäßiger Austausch verschleißanfälliger Teile wie Duschschläuche und Spenderdüsen

Bedeutung für Spendersysteme

Nachfüllbare Seifen- und Desinfektionsmittelspender sind besonders anfällig, wenn sie nicht regelmäßig vollständig geleert und gereinigt werden. Das reine Auffüllen auf Restmengen begünstigt die Biofilmbildung im Behälterboden – ein Grund, warum professionelle Hygienekonzepte auf geschlossene Kartuschensysteme oder eine konsequente Reinigungsroutine bei Nachfüllsystemen setzen.

Normen und Prüfverfahren

DVGW W 556 VDI 6023

Häufige Fragen zu Biofilm

Warum sind Biofilme so schwer zu entfernen?

Die Mikroorganismen betten sich in eine selbst produzierte, klebrige Schutzmatrix ein, die sie vor mechanischer Entfernung und vor vielen Desinfektionsmitteln schützt. Reines Abwischen der Oberfläche reicht deshalb oft nicht aus.

Wo bilden sich in Betrieben am häufigsten Biofilme?

In selten durchflossenen Wasserleitungsabschnitten, in Duschköpfen, Ausgüssen und Siphons sowie in nachfüllbaren Seifen- und Desinfektionsmittelspendern, die nicht regelmäßig gereinigt werden.

Wie kann man Biofilmbildung in Spendern vorbeugen?

Durch regelmäßiges vollständiges Entleeren und Reinigen des Behälters statt bloßem Nachfüllen auf Restmengen. Geschlossene Kartuschensysteme, bei denen die Pumpe mit jedem Wechsel erneuert wird, sind hier grundsätzlich im Vorteil.

Verwandte Begriffe