pH-hautneutral bezeichnet Produkte, deren pH-Wert dem der gesunden Haut entspricht, also etwa 5,5. Damit ist gemeint, dass sie den Säureschutzmantel der Haut nicht stören. Zu unterscheiden ist der Begriff von pH-neutral, was einen Wert von 7 und damit den Neutralpunkt des Wassers meint.
Der Begriff wird in der Werbung häufig unpräzise verwendet. Für die Auswahl von Handwaschmitteln in Betrieben mit Feuchtarbeit ist er dennoch relevant.
Der Säureschutzmantel
Gesunde Haut ist von einem dünnen, leicht sauren Film überzogen, der aus Schweiß, Talg und Abbauprodukten der Hornschicht besteht. Sein pH-Wert liegt zwischen etwa 4,5 und 5,5. Dieses saure Milieu hemmt das Wachstum vieler krankmachender Keime, während die hauteigene Schutzflora damit gut zurechtkommt.
Was Waschen bewirkt
Klassische Seife ist alkalisch, ihr pH-Wert liegt bei 9 bis 10. Bei jedem Waschgang wird der Säureschutzmantel angehoben und braucht anschließend Zeit zur Regeneration – bei gesunder Haut mehrere Stunden, bei vorgeschädigter Haut deutlich länger. Wer im Betrieb zwanzig Mal am Tag die Hände wäscht, gibt der Haut diese Zeit nie.
pH-hautneutral gegen pH-neutral
- pH-neutral bedeutet einen Wert von 7, den Neutralpunkt reinen Wassers
- pH-hautneutral bedeutet einen Wert um 5,5, angepasst an die Haut
Für Hautprodukte ist der zweite Wert der maßgebliche. Ein als pH-neutral bezeichnetes Produkt mit Wert 7 liegt bereits oberhalb des Hautwerts.
Grenzen des Begriffs
Der pH-Wert allein sagt wenig über die Hautverträglichkeit aus. Entscheidend ist zusätzlich, welche Tenside eingesetzt werden und wie stark sie hauteigene Lipide auswaschen. Ein pH-hautneutrales Produkt mit aggressiven anionischen Tensiden kann die Haut stärker belasten als ein leicht alkalisches Produkt mit milder Tensidbasis. Der Begriff ist zudem nicht rechtlich geschützt.
Praktische Konsequenz
In Bereichen mit Feuchtarbeit – Reinigung, Pflege, Küche – sollten seifenfreie, pH-hautneutrale Waschlotionen mit milder Tensidkombination eingesetzt und im Hautschutzplan festgeschrieben werden. Noch wirksamer ist es, die Zahl der Waschvorgänge zu senken und stattdessen zu desinfizieren, sofern keine sichtbare Verschmutzung vorliegt.