Ein Reinigungsstein ist ein mineralisches Schleifmittel, meist auf Bimssteinbasis, das hartnäckige mineralische Ablagerungen wie Kalk, Urinstein und Rostflecken rein mechanisch entfernt, ohne dass chemische Reiniger nötig sind. Er wird angefeuchtet und direkt über die Verschmutzung gerieben.
Der Reinigungsstein ist eine der ältesten und zugleich chemiefreiesten Lösungen gegen hartnäckige mineralische Verkrustungen und erlebt in vielen Betrieben eine Renaissance, weil er ganz ohne Reinigungsmittel auskommt.
Funktionsprinzip
Anders als chemische Kalk- und Urinsteinlöser, die mineralische Ablagerungen durch eine saure Reaktion auflösen, arbeitet der Reinigungsstein rein mechanisch. Das poröse, leicht abrasive Mineralgestein – meist Bimsstein oder eine vergleichbare vulkanische Gesteinsart – trägt die Verkrustung Schicht für Schicht ab, ähnlich wie feines Schleifpapier, jedoch schonend genug für die meisten glasierten Oberflächen.
Wofür er geeignet ist
- Kalkablagerungen an Fliesen und Armaturen
- Urinstein und Wasserränder in WC-Becken
- Rostflecken auf glasierten Oberflächen
- Toilettenringe, die mit chemischen Mitteln allein nicht restlos verschwinden
Anwendung
Der Stein wird vor Gebrauch unter fließendem Wasser angefeuchtet und dann mit leichtem bis mittlerem Druck über die feuchte, verschmutzte Stelle geführt. Die Ablagerung löst sich als feiner Abrieb, der anschließend mit Wasser abgespült wird. Zwischendurch sollte der Stein immer wieder befeuchtet werden, da er trocken deutlich aggressiver wirkt und die Oberfläche eher verkratzen kann.
Materialgrenzen
Reinigungssteine sind nicht für jede Oberfläche geeignet. Auf empfindlichen, unglasierten oder polierten Materialien wie Acrylglas, Kunststoffwannen, Edelstahl mit feiner Politur oder empfindlichem Naturstein können sichtbare Kratzspuren entstehen. Vor dem großflächigen Einsatz empfiehlt sich ein Test an unauffälliger Stelle. Auf klassischer glasierter Sanitärkeramik ist die Anwendung in der Regel unproblematisch.
Vorteile gegenüber chemischen Reinigern
Da kein Reinigungsmittel eingesetzt wird, entfällt jedes Risiko einer unbeabsichtigten Vermischung mit anderen Produkten, etwa die gefährliche Reaktion von Säure und Chlor. Der Reinigungsstein ist zudem mehrfach verwendbar, produziert kaum Verpackungsabfall und eignet sich für Betriebe, die ihren Chemikalieneinsatz gezielt reduzieren wollen.
Grenzen
Bei sehr dicken, alten Verkrustungen kann die rein mechanische Bearbeitung deutlich länger dauern als eine chemische Behandlung mit ausreichender Einwirkzeit. In der professionellen Reinigung wird der Reinigungsstein deshalb meist ergänzend zu chemischen Mitteln eingesetzt, etwa für hartnäckige Restflecken, die nach der regulären Reinigung verbleiben.