Saure Reiniger haben einen pH-Wert unter 7 und lösen mineralische Ablagerungen wie Kalk, Urinstein, Rost und Zementschleier. Sie sind das Standardmittel im Sanitärbereich und für die Entkalkung. Auf Naturstein, Emaille und Metallen können sie erhebliche Schäden verursachen.
Saure Reiniger sind das Gegenstück zu alkalischen Produkten. Sie greifen dort, wo Alkalien wirkungslos bleiben: bei mineralischen Ablagerungen.
Wirkprinzip
Säuren lösen Kalk, indem sie das schwerlösliche Calciumcarbonat in wasserlösliche Salze überführen. Dabei entsteht Kohlendioxid, erkennbar am Aufschäumen. Derselbe Mechanismus wirkt bei Urinstein, Kesselstein und Zementschleier.
Übliche Säuren
- Zitronensäure – mild, biologisch gut abbaubar, geruchsneutral; verbreitet in Haushalts- und Umweltprodukten
- Milchsäure – mild, gute Materialverträglichkeit, angenehmer im Geruch
- Amidosulfonsäure – mittelstark, häufig in Sanitärreinigern und Entkalkern
- Phosphorsäure – stark, gute Wirkung gegen Rost und Zementschleier
- Salzsäure – sehr stark, nur für Sonderfälle wie Baureinigung; hohes Risiko für Material und Anwender
Wogegen sie wirken
Kalkablagerungen an Armaturen, Duschwänden und in Spülmaschinen, Urinstein in WCs und Urinalen, Rostflecken, Zementschleier nach Bauarbeiten, Bierstein in der Gastronomie. Nicht wirksam sind sie gegen Fett und Eiweiß.
Materialgrenzen
Besonders empfindlich sind kalkhaltige Natursteine wie Marmor, Kalkstein und Travertin – hier führt schon kurzer Kontakt zu matten, nicht reparablen Ätzstellen. Ebenfalls gefährdet sind Emaille, verchromte Teile bei längerer Einwirkung, Aluminium, Zink und viele Fugenmörtel. Auf säureempfindlichen Belägen sind ausschließlich Produkte mit ausdrücklicher Freigabe zu verwenden.
Arbeitsschutz und Handhabung
Konzentrierte Säuren verursachen Verätzungen an Haut und Augen; Handschuhe nach EN ISO 374 und Schutzbrille sind erforderlich. Beim Verdünnen gilt die Grundregel, immer die Säure ins Wasser zu geben und nie umgekehrt.
Besonders gefährlich ist die Kombination von sauren Reinigern mit chlorhaltigen Produkten: Dabei entsteht giftiges Chlorgas. Diese Verwechslung ist im Sanitärbereich ein reales Unfallrisiko, weil beide Produktarten dort nebeneinander stehen. Getrennte Lagerung und ein eindeutiger Reinigungsplan beugen vor.