Ventilsack

Auch bekannt als: Ventilsäcke, Blockbodenventilsack, Schüttgutsack

Ein Ventilsack ist ein Sack aus Papier, Kunststoff oder einer Materialkombination mit einer kleinen Einfüllöffnung, dem Ventil, in einer Ecke. Nach dem maschinellen Befüllen unter Druck verschließt sich das Ventil durch den Innendruck des Füllguts weitgehend selbstständig. Ventilsäcke werden vor allem für staubförmige und körnige Schüttgüter eingesetzt.

Der Ventilsack ist die Standardverpackung für pulverförmige und körnige Massengüter, weil er sich staubarm und schnell maschinell befüllen lässt.

Aufbau

Der Sack ist an drei Seiten fest verschlossen, meist mit einem Blockboden für Standfestigkeit. An einer Ecke befindet sich ein Schlauch- oder Klappenventil aus demselben oder einem anderen Material, durch das die Befüllung erfolgt. Je nach Anforderung besteht der Sack aus reinem Kraftpapier, mehrlagigem Papier mit Polyethylen-Zwischenschicht, reinem Kunststoffgewebe oder Kombinationen daraus.

Befüllung und Verschluss

Beim maschinellen Befüllen wird eine Fülltülle in das Ventil eingeführt und das Füllgut unter Druck eingeblasen. Nach dem Befüllen presst der Innendruck des Füllguts die Ventilwände von innen gegeneinander, wodurch sich das Ventil weitgehend selbstständig verschließt. Bei feinkörnigen und staubenden Gütern übernimmt zusätzlich ein Ventilsackpapier mit spezieller Beschichtung oder ein aufgeklebtes Ventilpflaster die Feinabdichtung.

Vorteile gegenüber offenen Säcken

  • Deutlich geringere Staubentwicklung beim Befüllen
  • Höhere Abfüllgeschwindigkeit in automatisierten Anlagen
  • Kein zusätzlicher Verschlussschritt wie Nähen oder Kleben nötig
  • Gute Stapelfähigkeit durch den Blockboden

Typische Füllgüter

Zement, Kalk, Gips, Mörtel und andere Baustoffe, Mehl, Zucker und weitere staubförmige Lebensmittel, Düngemittel, Kunststoffgranulate sowie Pulver und Granulate aus der chemischen Industrie. Für aggressive oder feuchtigkeitsempfindliche Füllgüter kommen Ventilsäcke mit Kunststoffeinlage oder vollständig aus Kunststoffgewebe zum Einsatz.

Abgrenzung zu anderen Sacktypen

Im Unterschied zum offenen Sack, der nach der Befüllung zugenäht oder zugeklebt werden muss, entfällt beim Ventilsack dieser Arbeitsschritt. Im Unterschied zum Big Bag, der für sehr große Mengen im Tonnenbereich ausgelegt ist, bewegen sich Ventilsäcke meist im Bereich von 5 bis 50 Kilogramm Füllgewicht.

Entsorgung und Recycling

Reine Papierventilsäcke ohne Kunststoffbeschichtung lassen sich über die Altpapiersammlung entsorgen, sofern sie nicht mit gefährlichen Stoffen in Kontakt kamen. Säcke mit Kunststoffanteil oder Rückständen gefährlicher Füllgüter benötigen eine sachgerechte Entsorgung nach den Vorgaben des jeweiligen Produkts.

Normen und Prüfverfahren

DIN 55405

Häufige Fragen zu Ventilsack

Wie verschließt sich ein Ventilsack von selbst?

Nach dem Befüllen presst der Innendruck des eingefüllten Schüttguts die Wände des Ventils von innen gegeneinander, wodurch es sich weitgehend selbstständig verschließt. Bei feinen, staubenden Gütern unterstützt zusätzlich eine spezielle Beschichtung die Abdichtung.

Wofür werden Ventilsäcke typischerweise eingesetzt?

Vor allem für staubförmige und körnige Schüttgüter wie Zement, Kalk, Mehl, Zucker, Düngemittel und Kunststoffgranulate, meist im Füllgewichtsbereich zwischen 5 und 50 Kilogramm.

Was ist der Unterschied zwischen Ventilsack und Big Bag?

Ventilsäcke sind für kleinere Füllmengen bis etwa 50 Kilogramm ausgelegt und verschließen sich beim Befüllen selbstständig. Big Bags fassen deutlich größere Mengen im Tonnenbereich und werden über Hebeschlaufen mit Kran oder Gabelstapler bewegt.

Verwandte Begriffe