Ärztekrepp

Auch bekannt als: Liegenabdeckung, Ärzterolle, Untersuchungskrepp, Liegenpapier

Ärztekrepp ist gekrepptes Papier auf Rolle, das Untersuchungs- und Behandlungsliegen abdeckt. Es wird nach jedem Patienten gewechselt und verhindert, dass Hautkontakt, Schweiß oder Körperflüssigkeiten die Liegenoberfläche kontaminieren. Üblich sind Rollenbreiten von 39 bis 60 Zentimetern mit Perforation.

Ärztekrepp ist ein einfacher, aber wirksamer Baustein der Praxishygiene. Die Liegenoberfläche selbst besteht meist aus Kunstleder und müsste nach jedem Patienten desinfiziert werden – die Papierabdeckung reduziert diesen Aufwand erheblich und macht den Wechsel für Patienten sichtbar.

Aufbau und Varianten

  • Einlagig – dünn und günstig, geeignet bei kurzen Kontakten
  • Zweilagig – der übliche Standard, spürbar reißfester und angenehmer
  • Folienbeschichtet – eine dünne Polyethylenschicht auf der Unterseite verhindert das Durchfeuchten der Liege; sinnvoll bei Massage, Physiotherapie und feuchten Anwendungen
  • Geprägt – zusätzliche Prägung erhöht Volumen und Rutschfestigkeit

Formate

Gängig sind Breiten von 39, 50 und 59 Zentimetern bei Rollenlängen zwischen 50 und 100 Metern. Die Breite sollte zur Liege passen: Zu schmal bedeutet ungeschützte Randbereiche, zu breit bedeutet Verschnitt und Materialverschwendung. Die Perforation legt die Abrisslänge fest, üblich sind 35 bis 50 Zentimeter.

Hygienische Einordnung

Ärztekrepp ersetzt keine Desinfektion, sondern ergänzt sie. Nach jedem Patienten wird das Papier gewechselt. Bei sichtbarer Kontamination mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten ist zusätzlich eine Flächendesinfektion der Liege erforderlich. Bei bekannt infektiösen Patienten gelten die Vorgaben des jeweiligen Hygieneplans; das Papier ist dann als kontaminierter Abfall zu entsorgen.

Wirtschaftlichkeit

Der Verbrauch lässt sich gut kalkulieren: Patientenzahl pro Tag mal Abrisslänge ergibt den Tagesbedarf. Bei zwanzig Patienten und 50 Zentimetern Abriss sind das zehn Meter täglich, also rund eine 100-Meter-Rolle pro Behandlungsraum und Arbeitswoche. Rollen mit größerer Lauflänge senken den Nachfüllaufwand.

Halterung

Wandhalter oder Liegenhalter mit Abrisskante sorgen dafür, dass die Rolle sauber lagert und blattweise entnommen wird. Eine offen auf der Liege abgelegte Rolle ist selbst eine Kontaminationsquelle.

Normen und Prüfverfahren

DIN EN ISO 12625 TRBA 250

Häufige Fragen zu Ärztekrepp

Wie oft muss Ärztekrepp gewechselt werden?

Nach jedem Patienten. Das gilt unabhängig davon, ob die Auflage sichtbar verschmutzt ist. Bei Kontamination mit Blut oder Körperflüssigkeiten muss zusätzlich die Liegenfläche selbst desinfiziert werden.

Wann ist folienbeschichtetes Ärztekrepp sinnvoll?

Immer dann, wenn Feuchtigkeit zu erwarten ist – bei Massagen mit Öl, in der Physiotherapie, bei Wundversorgung oder im Wellnessbereich. Die Folienschicht verhindert, dass Flüssigkeit auf die Liegenoberfläche durchschlägt.

Welche Breite braucht man?

Die Rollenbreite sollte der Liegenbreite entsprechen oder minimal darunter liegen. Übliche Praxisliegen sind 50 bis 60 Zentimeter breit, entsprechend verbreitet sind Rollen mit 50 und 59 Zentimetern.

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