Krepppapier

Auch bekannt als: Krepp, Kreppung, Creping

Krepppapier ist Papier, dessen Oberfläche durch mechanisches Stauchen fein gefältelt wurde. Die Kreppung erhöht Volumen, Saugfähigkeit, Weichheit und Dehnbarkeit. Nahezu alle Hygienepapiere sind gekreppt – von Toilettenpapier über Handtuchrollen bis zum Ärztekrepp.

Die Kreppung ist der Verfahrensschritt, der aus einem flachen Papier ein Hygienepapier macht. Ohne sie wäre Tissue weder weich noch besonders saugfähig.

Wie Kreppung entsteht

Die noch feuchte Papierbahn wird auf einen beheizten Trockenzylinder, den Yankee-Zylinder, geführt und dort leicht angeklebt. Ein feststehendes Kreppmesser schabt sie wieder ab. Dabei staucht sich die Bahn und legt sich in tausende feine Mikrofalten pro Meter. Wie stark das Papier gekreppt wird, steuert der Hersteller über Klebstoff, Messerwinkel und Geschwindigkeitsdifferenz.

Was die Kreppung bewirkt

  • Volumen – Zwischen den Falten entstehen Hohlräume, die Flüssigkeit aufnehmen
  • Saugfähigkeit – Die vergrößerte Oberfläche beschleunigt die Flüssigkeitsaufnahme deutlich
  • Weichheit – Die gestauchte Struktur wirkt geschmeidiger als glattes Papier
  • Dehnbarkeit – Gekrepptes Papier gibt unter Zug nach, statt sofort zu reißen; das macht es beim Wischen belastbarer

Kreppgrad

Der Kreppgrad beschreibt, um wie viel Prozent die Bahn gestaucht wurde. Ein hoher Kreppgrad bedeutet mehr Volumen und Weichheit, aber geringere Zugfestigkeit und weniger Blätter pro Rollendurchmesser. Ein niedriger Kreppgrad ergibt festeres, kompakteres Papier. Hersteller stellen diesen Wert je nach Produktzweck ein: Kosmetiktücher werden stärker gekreppt als Industriepapierrollen.

Alternative Verfahren

Beim TAD-Verfahren, kurz für Through Air Drying, wird die Bahn durch heiße Luft getrocknet, statt sie zu pressen. Das Ergebnis ist besonders voluminös und saugfähig, allerdings energieintensiv und teuer. TAD-Papiere findet man vor allem im Premiumsegment.

Anwendung in der Praxis

Für Reinigungsaufgaben ist die Kombination aus Kreppung und Nassfestigkeit entscheidend. Ein stark gekrepptes Papier nimmt schnell auf, ein nassfest ausgerüstetes hält beim Wischen zusammen. Klassische Anwendungen sind Ärztekrepp für Liegen, Putzpapier in der Werkstatt und Handtuchrollen im Sanitärbereich.

Normen und Prüfverfahren

DIN EN ISO 12625

Häufige Fragen zu Krepppapier

Warum ist gekrepptes Papier saugfähiger?

Die Mikrofalten vergrößern die Oberfläche und schaffen Hohlräume zwischen den Fasern. Flüssigkeit wird dort durch Kapillarwirkung schneller aufgenommen und besser gespeichert als in einem glatten, dicht gepressten Papier.

Ist Krepppapier dasselbe wie Bastelkrepp?

Nein. Bastelkrepp ist stark gefärbtes, sehr dehnbares Dekorpapier. Technisch beruht es auf demselben Prinzip der Stauchung, ist aber für andere Zwecke ausgelegt und für Hygieneanwendungen ungeeignet.

Was ist Ärztekrepp?

Ärztekrepp ist gekrepptes Papier auf Rolle zur Abdeckung von Untersuchungsliegen. Es wird nach jedem Patienten gewechselt und ist meist zusätzlich mit einer Perforation für den blattweisen Abriss versehen.

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