Alkalischer Reiniger

Auch bekannt als: Basischer Reiniger, Fettlöser, Grundreiniger

Alkalische Reiniger haben einen pH-Wert über 7 und lösen organische Verschmutzungen wie Fette, Öle, Eiweiße und Stärke. Sie sind die richtige Wahl in Küchen, Kantinen und für die Grundreinigung von Böden. Auf Aluminium, Linoleum und einigen Natursteinen können sie Schäden verursachen.

Die Auswahl eines Reinigers folgt einer einfachen Regel: Gegensätze lösen einander. Organische, also fettige Verschmutzung wird alkalisch angegangen, mineralische Verschmutzung wie Kalk sauer.

Wirkprinzip

Alkalische Substanzen verseifen Fette, das heißt sie überführen sie in wasserlösliche Seifen. Eiweiße werden aufgespalten, Stärke gelöst. Je höher der pH-Wert, desto stärker die Wirkung – und desto größer das Risiko für Material und Anwender.

Einteilung

  • Schwach alkalisch (pH 8 bis 10) – Allzweck- und Wischpflegereiniger für die tägliche Unterhaltsreinigung
  • Mittelstark alkalisch (pH 10 bis 12) – Fettlöser für Küchenbereiche, Industriereiniger
  • Stark alkalisch (pH über 12) – Grundreiniger zum Entfernen von Pflegefilmen, Backofen- und Grillreiniger, Rohrreiniger

Ab pH 11,5 sind Produkte in der Regel als reizend oder ätzend eingestuft; dann gelten Kennzeichnungspflicht, Betriebsanweisung und Unterweisung nach Gefahrstoffverordnung.

Wogegen sie wirken

Fett und Öl, Eiweißreste, Stärke, Ruß und Fingerabdrücke, alte Pflegefilme und Wachse. Nicht wirksam sind sie gegen Kalk, Urinstein und Rost – dafür braucht es saure Produkte.

Materialgrenzen

Aluminium reagiert mit Alkalien unter Wasserstoffbildung und wird matt bis korrodiert; das betrifft auch eloxierte Oberflächen und viele Spülmaschinenteile. Linoleum verträgt stark alkalische Mittel schlecht, da sein Leinölbindemittel verseift werden kann. Naturstein mit Kalkanteil, unversiegeltes Holz und einige Kunststoffe reagieren ebenfalls empfindlich. Im Zweifel eine Probefläche anlegen.

Arbeitsschutz

Stark alkalische Produkte sind hautschädigend und können bei Augenkontakt schwere Verätzungen verursachen – schwerer als vergleichbar starke Säuren, weil Laugen tiefer ins Gewebe eindringen. Chemikalienbeständige Handschuhe nach EN ISO 374 und Schutzbrille sind Pflicht. Niemals mit sauren Produkten mischen: Die Neutralisation verläuft stark exotherm und hebt die Wirkung beider Mittel auf.

Normen und Prüfverfahren

GefStoffV TRGS 500 VO (EG) 648/2004

Häufige Fragen zu Alkalischer Reiniger

Wogegen wirken alkalische Reiniger?

Gegen organische Verschmutzungen: Fette, Öle, Eiweiße, Stärke, Ruß und alte Pflegefilme. Gegen mineralische Ablagerungen wie Kalk oder Urinstein sind sie wirkungslos, dafür werden saure Reiniger benötigt.

Warum darf man Aluminium nicht alkalisch reinigen?

Aluminium reagiert mit Laugen unter Wasserstoffbildung. Die Oberfläche wird matt, fleckig und im schlimmsten Fall angegriffen. Das gilt auch für eloxierte Teile und viele Bauteile in Spülmaschinen.

Darf man alkalische und saure Reiniger mischen?

Nein. Beide neutralisieren sich gegenseitig, die Reinigungswirkung geht verloren und die Reaktion setzt Wärme frei. Zwischen der Anwendung unterschiedlicher Produkte ist gründlich mit klarem Wasser zu spülen.

Verwandte Begriffe