Die Grundreinigung entfernt alte Pflegefilme, Beschichtungen und tief sitzende Verschmutzungen und stellt den Ausgangszustand eines Belags wieder her. Sie erfolgt in der Regel ein- bis zweimal jährlich und endet bei elastischen Belägen meist mit dem Aufbau einer neuen Schutzschicht.
Die Grundreinigung ist der aufwendigste Reinigungsvorgang im Gebäudeunterhalt. Sie wird nötig, wenn sich Pflegemittelrückstände und eingelagerter Schmutz so weit aufgebaut haben, dass die Unterhaltsreinigung kein zufriedenstellendes Ergebnis mehr liefert – erkennbar an vergrauten, stumpfen oder fleckigen Flächen.
Ablauf bei elastischen Belägen
- Vorbereiten – Möbel räumen, grob kehren oder saugen, Warnschilder aufstellen
- Grundreiniger auftragen – stark alkalisches Produkt, ausreichend Einwirkzeit geben, Belag nicht antrocknen lassen
- Mechanisch bearbeiten – Einscheibenmaschine mit passendem Pad; die Pad-Wahl entscheidet über das Ergebnis
- Schmutzflotte aufnehmen – Nasssauger oder Scheuersaugmaschine
- Neutralisieren – klares Wasser oder saurer Neutralisator, bis keine alkalischen Rückstände mehr vorhanden sind
- Vollständig trocknen lassen
- Beschichten – zwei bis drei dünne Schichten Pflegefilm, jede Schicht durchtrocknen lassen
Der fünfte Schritt wird am häufigsten übersprungen – mit dem Ergebnis, dass die neue Beschichtung nicht haftet und nach wenigen Wochen abblättert.
Belagsverträglichkeit prüfen
Nicht jeder Boden verträgt eine Grundreinigung. Linoleum reagiert empfindlich auf stark alkalische Mittel und benötigt spezielle, mildere Grundreiniger. Unversiegeltes Holz, Naturstein mit Kalkanteil wie Marmor und einige Designbeläge sind gegenüber Säuren oder Alkalien empfindlich. Im Zweifel eine Probefläche an unauffälliger Stelle anlegen und die Herstellerangaben zum Belag prüfen.
Intervalle
Übliche Richtwerte liegen bei einmal jährlich in Büroobjekten und zweimal jährlich in stark frequentierten Bereichen wie Schulen, Verkaufsflächen oder Eingangszonen. Entscheidend ist aber der tatsächliche Zustand, nicht der Kalender. Eine gute Unterhaltsreinigung mit passender Zwischenreinigung verlängert das Intervall spürbar.
Organisatorisches
Die Fläche ist während der Arbeiten und der Trocknung nicht nutzbar, planen Sie realistisch ein bis zwei Tage ein. Rutschgefahr besteht während des gesamten Vorgangs – Absperrung und Beschilderung sind Pflicht. Wegen des Chemikalieneinsatzes gelten Schutzhandschuhe und ausreichende Lüftung.