PLA, kurz für Polylactid oder Polymilchsäure, ist ein Biokunststoff, der aus pflanzlicher Stärke, meist von Mais oder Zuckerrohr, gewonnen wird. Er lässt sich wie herkömmlicher Kunststoff verarbeiten, ist unter industriellen Bedingungen kompostierbar und wird für Trinkbecher, Folien, Verpackungen und Einwegbesteck eingesetzt.
PLA ist der bekannteste und am weitesten verbreitete Biokunststoff und wird häufig fälschlich als generelle Lösung für alle Kunststoffprobleme angesehen. Ein genauerer Blick zeigt sowohl echte Vorteile als auch klare Grenzen.
Herstellung
Ausgangsstoff ist pflanzliche Stärke, überwiegend aus Mais, teils aus Zuckerrohr oder Kartoffeln. Die Stärke wird zunächst durch Fermentation in Milchsäure umgewandelt, diese anschließend chemisch zu langen Polymerketten verknüpft. Das Ergebnis ist ein transparenter, thermoplastischer Kunststoff, der sich mit ähnlichen Verfahren wie PET verarbeiten lässt, etwa Spritzguss oder Folienextrusion.
Eigenschaften
PLA ist steif, glasklar in unmodifizierter Form und geschmacksneutral, was es für Lebensmittelverpackungen attraktiv macht. Es verträgt allerdings nur begrenzt Hitze: Bei Temperaturen ab etwa 50 bis 60 Grad beginnt es sich zu verformen, weshalb reines PLA für heiße Getränke ungeeignet ist.
CPLA als hitzestabile Variante
CPLA, kristallines PLA, ist eine modifizierte Form mit höherer Kristallinität und dadurch verbesserter Hitzebeständigkeit bis etwa 85 bis 90 Grad. Es wird bevorzugt für Einwegbesteck und Deckel eingesetzt, die kurzzeitig heißen Speisen oder Getränken standhalten müssen, während einfaches PLA eher für Kaltgetränkebecher und Folien zum Einsatz kommt.
Kompostierbarkeit und ihre Grenzen
PLA ist nach DIN EN 13432 industriell kompostierbar, zersetzt sich aber nur unter den kontrollierten Bedingungen einer industriellen Kompostierungsanlage mit ausreichend hoher Temperatur und Feuchtigkeit über einen längeren Zeitraum. Auf dem heimischen Gartenkompost baut es sich in der Regel nicht oder nur sehr unvollständig ab. Landet PLA im normalen Kunststoffrecycling, gilt es dort als Störstoff, weil es die Recyclingqualität von PET beeinträchtigen kann, wenn es nicht sauber getrennt wird.
Praktische Konsequenz für Betriebe
Vor dem Einsatz von PLA-Produkten lohnt die Rückfrage beim eigenen Entsorger, ob die kommunale Bioabfallsammlung oder Vergärungsanlage PLA tatsächlich verwertet – nicht jede Anlage erreicht die nötigen Prozessbedingungen innerhalb der verfügbaren Zeit. Ohne diese Klärung landet PLA-Geschirr am Ende häufig im Restmüll, was den ökologischen Vorteil gegenüber konventionellem Kunststoff relativiert.
Abgrenzung zu Bagasse
PLA ist ein echter, formbarer Kunststoff mit glatter, oft transparenter Oberfläche. Bagasse ist ein Fasermaterial mit rauer, papierähnlicher Struktur. Für unterschiedliche Anwendungen kommen daher unterschiedliche Materialien zum Einsatz, PLA eher für Folien, Becher und Deckel, Bagasse eher für Teller und Schalen.