GHS-Kennzeichnung

Auch bekannt als: Gefahrstoffkennzeichnung, Piktogramme Gefahrstoffe, CLP-Kennzeichnung

GHS steht für das Globally Harmonized System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien. In der EU ist es über die CLP-Verordnung verbindlich und schreibt einheitliche Gefahrenpiktogramme, Signalwörter sowie H- und P-Sätze für Chemikalien vor. Viele Reinigungs- und Desinfektionsmittel tragen diese Kennzeichnung auf dem Etikett.

Die orangen Warnhinweise sind weitgehend verschwunden, seit die EU 2009 auf das weltweit abgestimmte GHS-System umgestellt hat. Die heutigen roten Rautenpiktogramme sind international standardisiert und in fast jedem Land wiedererkennbar.

Die neun Gefahrenpiktogramme

  • Explodierende Bombe – explosive Stoffe
  • Flamme – entzündbare Stoffe
  • Flamme über Kreis – oxidierend wirkende Stoffe
  • Gasflasche – Gase unter Druck
  • Ätzwirkung – korrosiv auf Metalle oder Haut
  • Totenkopf mit gekreuzten Knochen – akute Toxizität
  • Ausrufezeichen – Reizwirkung, Sensibilisierung, geringere akute Gefahren
  • Gesundheitsgefahr – schwerwiegende Langzeitwirkungen wie Krebserzeugung
  • Umwelt – gewässergefährdend

Im Reinigungs- und Desinfektionsbereich sind Ätzwirkung, Ausrufezeichen und Umwelt am häufigsten anzutreffen, etwa bei stark alkalischen Grundreinigern oder sauren Sanitärreinigern.

Signalwörter

Zusätzlich zum Piktogramm trägt jedes Produkt eines von zwei Signalwörtern: Gefahr für die schwerwiegenderen Einstufungen, Achtung für weniger gravierende. Ein Produkt kann beide Piktogramme mit „Achtung", aber keines mit „Gefahr" tragen.

H- und P-Sätze

H-Sätze, für Hazard, beschreiben die Art der Gefahr in standardisierter Kurzform, etwa H314 für „Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden". P-Sätze, für Precautionary, geben Sicherheitshinweise zum Umgang, etwa P280 für „Schutzhandschuhe/Schutzkleidung/Augenschutz/Gesichtsschutz tragen". Beide Satzarten stehen auf dem Etikett und ausführlicher im Sicherheitsdatenblatt.

Bedeutung für den Betrieb

Die Kennzeichnung auf dem Gebinde ist die erste Informationsquelle am Arbeitsplatz und muss beim Umfüllen in andere Behälter erhalten bleiben – ein häufiger Verstoß ist das Umfüllen in unbeschriftete Sprühflaschen. Die Betriebsanweisung muss die relevanten Piktogramme und Verhaltensregeln arbeitsplatzbezogen wiedergeben, damit Beschäftigte auch ohne Blick auf das Originaletikett wissen, womit sie es zu tun haben.

Lagerung nach Gefahrenklassen

Bestimmte Kombinationen von Gefahrstoffen dürfen nicht gemeinsam gelagert werden, etwa oxidierende und entzündbare Stoffe oder Säuren und Laugen. Die Lagerhinweise dazu finden sich in Abschnitt 7 und 10 des Sicherheitsdatenblatts.

Normen und Prüfverfahren

VO (EG) 1272/2008 CLP GHS (UN)

Häufige Fragen zu GHS-Kennzeichnung

Wie viele GHS-Gefahrenpiktogramme gibt es?

Neun, von der explodierenden Bombe über Ätzwirkung und Totenkopf bis zum Umweltpiktogramm. Im Reinigungsbereich am häufigsten sind Ätzwirkung, Ausrufezeichen und Umweltgefahr.

Was ist der Unterschied zwischen den Signalwörtern Gefahr und Achtung?

Gefahr kennzeichnet die schwerwiegenderen Einstufungen, Achtung die weniger gravierenden. Ein Produkt trägt je nach Einstufung eines der beiden Signalwörter zusätzlich zum Piktogramm.

Was bedeuten H- und P-Sätze?

H-Sätze beschreiben standardisiert die Art der Gefahr, etwa Verätzungsgefahr. P-Sätze geben Sicherheitshinweise zum richtigen Umgang, etwa welche Schutzausrüstung zu tragen ist. Beide stehen auf dem Etikett und ausführlich im Sicherheitsdatenblatt.

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