Die hygienische Händedesinfektion reduziert die transiente, also vorübergehend auf der Haut befindliche Keimflora auf ein infektiologisch unbedenkliches Maß. Sie erfolgt mit einem alkoholischen Präparat, das auf der trockenen Hand verrieben wird, und ist die wirksamste Einzelmaßnahme zur Vermeidung von Infektionsübertragungen.
Hände sind der wichtigste Übertragungsweg für Krankheitserreger. Keine andere Maßnahme verhindert Infektionen so wirksam und so kostengünstig wie die konsequente Händedesinfektion zum richtigen Zeitpunkt.
Durchführung
Ausreichend Präparat aus dem Spender entnehmen – so viel, dass die Hände während der gesamten Einwirkzeit feucht bleiben; das sind je nach Handgröße etwa 3 bis 5 Milliliter. Das Mittel wird auf der trockenen Hand verrieben, nicht auf der nassen, sonst verdünnt Restwasser den Alkohol. Die vom Hersteller angegebene Einwirkzeit ist einzuhalten, üblich sind 30 Sekunden bei der hygienischen Händedesinfektion.
Besonders häufig ausgelassen werden Fingerkuppen, Daumen, Nagelfalze und Zwischenfingerräume. Genau dort sitzt die höchste Keimlast.
Die fünf Momente
Die WHO definiert fünf Situationen, in denen desinfiziert wird:
- vor Patientenkontakt
- vor aseptischen Tätigkeiten
- nach Kontakt mit potenziell infektiösem Material
- nach Patientenkontakt
- nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung
Außerhalb des Gesundheitswesens gelten sinngemäß: vor der Zubereitung von Lebensmitteln, nach dem Toilettengang, nach Kontakt mit Abfall oder kontaminierten Flächen und nach dem Ablegen von Handschuhen.
Desinfizieren oder waschen?
Bei sichtbarer Verschmutzung wird zuerst gewaschen, dann desinfiziert. In allen anderen Fällen ist die Desinfektion vorzuziehen: Sie wirkt zuverlässiger, ist schneller und schont die Hautbarriere deutlich mehr als Waschen mit Tensiden.
Wirkspektrum
Alkoholische Präparate sind gegen Bakterien, Pilze und behüllte Viren gut wirksam. Gegen unbehüllte Viren wie Noro- und Rotaviren sind Produkte mit dem ausgewiesenen Wirkbereich „begrenzt viruzid PLUS" oder „viruzid" erforderlich. Gegen bakterielle Sporen wie bei Clostridioides difficile wirken sie nicht – dort ist zusätzlich das mechanische Waschen nötig.
Voraussetzungen
Kurze, unlackierte Fingernägel, keine künstlichen Nägel, keine Ringe und keine Armbanduhren. Unter Schmuck lässt sich keine sichere Desinfektion erreichen; die TRBA 250 schreibt deshalb Schmuckfreiheit an Händen und Unterarmen vor.