Recyclingpapier

Auch bekannt als: Altpapier, Sekundärfaser, Recyclingfaser, RC-Papier

Recyclingpapier wird ganz oder überwiegend aus Altpapier hergestellt. Die gesammelten Papiere werden aufgelöst, von Störstoffen befreit und je nach Zielprodukt im Deinking von Druckfarben gereinigt. Im Hygienebereich kommt Recyclingpapier verglichen mit Frischfaserpapier ohne den Einsatz von Frischholzfasern aus und ist im Objektgeschäft weit verbreitet.

Recyclingpapier entsteht aus gebrauchtem Papier statt aus frisch gewonnenem Zellstoff. Bei Hygienepapieren liegt der Altpapieranteil je nach Produktgruppe bei rund der Hälfte des Rohstoffs.

Vom Altpapier zur neuen Rolle

  1. Sortierung – Das Altpapier wird nach Sorten getrennt; die Qualitätsanforderungen regelt die Norm DIN EN 643.
  2. Auflösung – Im Pulper wird das Papier mit Wasser zu einem Faserbrei zerkleinert.
  3. Reinigung – Klammern, Folien, Klebstoffreste und Sand werden über Siebe und Zentrifugalabscheider entfernt.
  4. Deinking – In einem Flotationsverfahren werden Druckfarbenpartikel an Luftblasen gebunden und abgeschöpft.
  5. Bleiche und Aufbereitung – Falls nötig folgt eine schonende, chlorfreie Bleiche, dann geht der Stoff auf die Papiermaschine.

Umweltbilanz

Gegenüber Frischfaserpapier spart Recyclingpapier je nach Studie und Systemgrenze rund 60 Prozent Energie und bis zu 70 Prozent Wasser ein und vermeidet die Neuentnahme von Holz.

Qualität heute

Das alte Vorurteil vom grauen, kratzigen Recyclingpapier ist überholt. Moderne Aufbereitung erreicht Weißgrade und Weichheitswerte, die im Alltag kaum noch von Frischfaser zu unterscheiden sind. Unterschiede bleiben bei sehr hohen Weißgraden und bei besonders weichen Premiumprodukten.

Grenzen des Kreislaufs

Fasern verkürzen sich bei jedem Durchlauf. Nach etwa fünf bis sieben Zyklen sind sie nicht mehr verarbeitbar. Hygienepapier steht am Ende der Kaskade: Es wird nach Gebrauch nicht wieder gesammelt, sondern verlässt den Kreislauf. Deshalb bleibt ein Anteil Frischfaser im Gesamtsystem notwendig.

Worauf beim Einkauf achten

Der Blaue Engel ist das aussagekräftigste Kennzeichen, weil er einen Altpapieranteil von 100 Prozent verlangt und zugleich Grenzwerte für Chemikalieneinsatz und Schadstoffe setzt. Angaben wie „aus Recyclingmaterial" ohne Prozentzahl und ohne Prüfzeichen sind wenig belastbar.

Normen und Prüfverfahren

DIN EN 643 Blauer Engel DE-UZ 5 Blauer Engel DE-UZ 14

Häufige Fragen zu Recyclingpapier

Wie oft kann Papier recycelt werden?

Etwa fünf- bis siebenmal. Bei jedem Durchlauf brechen die Fasern und werden kürzer, bis sie sich nicht mehr zu stabilem Papier verbinden. Deshalb muss dem Kreislauf laufend frischer Zellstoff zugeführt werden.

Ist Recyclingtoilettenpapier weniger hygienisch?

Nein. Der Aufbereitungsprozess umfasst mehrere Reinigungsstufen und eine Trocknung bei Temperaturen, bei denen Keime nicht überleben. Hygienische Bedenken gegen Recyclingtoilettenpapier sind fachlich nicht begründet.

Was bedeutet der Blaue Engel bei Recyclingpapier?

Der Blaue Engel für Hygienepapiere setzt einen Altpapieranteil von 100 Prozent voraus und begrenzt zusätzlich den Einsatz von Chemikalien sowie Schadstoffgehalte im Endprodukt. Er ist damit strenger als die bloße Angabe eines Recyclinganteils.

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